Estrogensubstitution bei Anorexia nervosa

Psychosomatik

Leiterin:
Prof. Dr. (TR) Yesim Erim

Estrogensubstitution bei Anorexia nervosa

Prospektive, randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte, monozentrische klinische Prüfung der Phase IIa zur Untersuchung der Sicherheit und Verträglichkeit sowie des Einflusses der Substitution von Sexualhormonen mit einer Estrogen-Progestin-Kombination über 10 Wochen zusätzlich zu stationärer Psychotherapie auf neuroendokrinologische Parameter, Psychopathologie und neuropsychologische Leistung im Vergleich zur alleinigen stationären Psychotherapie bei erwachsenen Frauen mit Anorexia nervosa

Projektleiter:
PD Dr. med. Georgios Paslakis

Promotionsvorhaben von:
Carina Wollenhaupt, Leonhard Wilke

Finanzierung:
ELAN-Fonds

Hintergrund:
Als Folge des restriktiven Essverhaltens und des verminderten BMI finden sich bei Patientinnen mit Anorexia nervosa Veränderungen in hormonellen (neuroendokrinologischen) Regelkreisen. Insbesondere gibt es zahlreiche Befunde einer kompensatorisch überaktiven Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse mit Hyperkortisolämie und einer supprimierten Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse mit Estrogen¬defizienz. Aber auch in Bezug auf zentrale und periphere Konzentrationen appetitregulierender Peptide wie Ghrelin oder Leptin gibt es bei Patientinnen mit Anorexia nervosa Abweichungen von der Norm.
Bis dato existieren keine evidenzbasierten psychopharmakologischen Optionen für die Behandlung der Anorexia nervosa. Neuartige, auch pharmakologische Interventionen sind notwendig, da die Anorexia nervosa eine oft hartnäckige, chronische Erkrankung darstellt, deren körperlichen Folgen schwerwiegend sind, während gleichzeitig hohe Therapieabbruch- und Re-Hospitalisierungsraten von 30-50% pro Jahr beobachtet werden können. Die Identifizierung zu Grunde liegender biologischer pathophysiologischer Mechanismen, die zur Aufrechterhaltung der Anorexia nervosa beitragen oder das Therapieansprechen prädizieren können, sind dabei wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung neuer Interventionen.

Ziele:
In dieser klinischen Prüfung sollen die Sicherheit und Verträglichkeit der Hormonsubstitution in diesem Kollektiv untergewichtiger Frauen untersucht werden. Des Weiteren soll der Einfluss der Hormonsubstitution auf die Psychopathologie, die neuropsychologische Leistungsfähigkeit und verschiedene Stoffwechselparameter untersucht werden.

Methoden:
Es handelt sich um eine prospektive, randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte klinische Prüfung. Patientinnen mit Anorexia nervosa erhalten über einen Zeitraum von 10 Wochen entweder das zugelassene orale Estrogen-Gestagen-Kombinationskontrazeptivum MAXIM® zur Estrogen-Substitution oder Placebo, jeweils zusätzlich zum üblichen stationären Psychotherapieprogramm

Progress:
Rekrutierung ab März 2016

 
 
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Zusammenfassung