Auswahl von Messinstrumenten in türkischer Sprache

Psychosomatik

Leiterin:
Prof. Dr. (TR) Yesim Erim

Eine Auswahl und Beschreibung von wichtigen Messinstrumenten in türkischer Sprache, Prof. Dr. Yesim Erim und Dr. Dipl.-Psych. Dipl.-Theol. Eva Morawa

Diese Sammlung enthält eine Auswahl an psychometrischen Selbstbeurteilungsinstrumenten, die in Studien mit türkischstämmigen Migranten häufig Anwendung finden.

Wir empfehlen, beim Einsatz der türkischsprachigen Version der Fragebögen die Verlage, die über Lizenzen der deutschsprachigen Messinstrumente verfügen, zu kontaktieren und Lizenzen zu vereinbaren!

Im Folgenden finden Sie zu jedem Fragebogen eine ausführliche Beschreibung, die folgende Punkte beinhaltet:

  • allgemeine Informationen über den Test
  • Einsatzbereich
  • Auswertung
  • Zuverlässigkeit (Reliabilität)
  • Gültigkeit (Validität)
  • Normwerte
  • Bearbeitungsdauer
  • Literatur
  • Hinweise zur türkischen Version des Tests
  • Publikationen unserer Arbeitsgruppe unter Anwendung der türkischen Version des Tests

Folgende Fragebögen werden beschrieben:

  1. Beck-Depressions-Inventar (BDI)
  2. Essener Trauma-Inventar (ETI)
  3. Fragebogen zum Allgemeinen Gesundheitszustand (SF-36)
  4. Screening für Somatoforme Störungen (SOMS-2)
  5. Sense of Coherence Scale (SOC-29)
  6. Symptomcheckliste (SCL-90-R)

 

1.  Beck-Depressions-Inventar (BDI)

Allgemeine Informationen über den Test
Das Beck-Depressions-Inventar (BDI; deutsche Version: Hautzinger, Bailer, Worall & Keller, 1995) ist ein international weit verbreitetes Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung des Schweregrades der depressiven Symptomatik sowie therapiebedingter Veränderungen. Das BDI entstand aufgrund klinischer Beobachtungen der Beschwerden depressiver Patienten. Es besteht aus 21 Items, welche die wichtigsten depressiven Symptome abbilden, jedoch ohne Bezug auf eine ätiologische Theorie der Depression.

Die 21 Items repräsentieren folgende typische depressive Symptome: (A) traurige Stimmung, (B) Pessimismus, (C) Versagen, (D) Unzufriedenheit, (E) Schuldgefühle, (F) Strafbedürfnis, (G) Selbsthass, (H) Selbstanklagen, (I) Selbstmordimpulse, (J) Weinen, (K) Reizbarkeit, (L) sozialer Rückzug und Isolierung, (M) Entschlussunfähigkeit, (N) negatives Körperbild, (O) Arbeitsunfähigkeit, (P) Schlafstörungen, (Q) Ermüdbarkeit, (R) Appetitverlust, (S) Gewichtsverlust, (T) Hypochondrie, (U) Libidoverlust.

Einsatzbereich
Der Fragebogen ist bei Personen zwischen 18 und 80 Jahren einsetzbar, sowohl individuell als auch in Gruppen.

Auswertung
Den einzelnen Items werden Werte zwischen 0 und 3 Punkten mit steigender Intensität zugeordnet. Durch Addition der angekreuzten Aussagen wird ein Summenwert gebildet. Werden bei einem Item mehrere Aussagen angekreuzt, geht nur die Aussage mit dem höchsten Wert in den Summenwert ein. Eine Besonderheit stellt das Item 19 dar. Beantwortet ein Proband die Zusatzfrage mit „Ja“, wird dieses Item mit 0 gewertet.

Schweregrad
Es können Summenwerte zwischen 0 und 63 Punkten erreicht werden. Für die deutsche Version gilt die folgende Einteilung des Schweregrades der Depressivität: 

BDI SummenwertSchweregrad
0 - 10unauffällig
11-17milde bis mäßige Ausprägung depressiver Symptome
≥ 18klinisch relevante Depression

Zuverlässigkeit (Reliabilität)
Die innere Konsistenz (Cronbachs Alpha) des BDI liegt für alle Probanden bei α = 0,88, für verschiedene Stichproben zwischen α = 0,74 und α = 0,92.

Gültigkeit (Validität)
Die inhaltliche Validität ist gegeben (Abbildung der BDI-Items durch die Kriterien des DSM-III). Auch die konvergente Validität mit anderen Selbstbeurteilungsverfahren depressiver Symptomatik (HAMD, IDS, SDS, ADS, BL, DAS) ist belegt. Auch eine gute diskriminante Validität – insbesondere eine klare Trennung einer gesunden und psychosomatischen Stichprobe – ist vorhanden.

Normwerte
Es werden Prozentränge für depressive Patienten bei Behandlungsbeginn und –ende sowie geschlechtsspezifische Mittelwerte und Standardabweichungen für depressive Patienten sowie gesunde Probanden angegeben.

Bearbeitungsdauer
Zwischen 5 und 10 Minuten

Literatur
Hautzinger M, Bailer M, Worall H et al. (1995). Beck-Depressions-Inventar (BDI). Testhandbuch.
2. überarbeitete Auflage. Bern: Huber.

Hinweise zur TÜRKISCHEN VERSION des BDI

Die validierte türkische Übersetzung (Hisli, 1989) besitzt ein Cronbachs Alpha von α = 0,80.

Schweregrad
Für die türkische Version gilt die folgende Einteilung des Schweregrades der depressiven Symptomatik: 

BDI-SummenwertSchweregrad
0-9unauffällig
10-16leichte Ausprägung depressiver Symptome
17-20mäßige Ausprägung depressiver Symptome
≥21schwere Depression

Literatur
Hisli N (1989). Beck Depresyon Envanterinin üniversite öğrencileri için geçerliği, güvenirliği (Validität und Reliabilität des Beck-Depressions-Inventars für Studenten). Psikoloji Dergisi 7: 3-13.

Publikationen unserer Arbeitsgruppe unter Anwendung der türkischen Version des BDI

  • Erim Y, Morawa E, Atay H, Aygün S, Gökalp P, Senf W (2011). Sense of coherence and depression in the framework of immigration: Turkish patients in Germany and in Turkey. Int Rev Psychiatry 23: 542-549.
  • Erim Y, Morawa E, Özdemir DF, Senf W (2011). Prävalenz, Komorbidität und Ausprägungsgrad psychosomatischer Erkrankungen bei ambulanten Patienten mit türkischem Migrationshintergrund. Psychother Psychosom Med Psychol 61: 472-480.
  • Sariaslan S, Morawa E, Erim Y (2014). Psychische Symptombelastung bei Patienten einer Allgemeinarztpraxis: deutsche und türkischstämmige Patienten im Vergleich. Der Nervenarzt 85: 589-595.
  • Morawa E, Erim Y (2014). Zusammenhang von wahrgenommener Diskriminierung mit Depressivität und gesundheitsbezogener Lebensqualität bei türkisch- und polnischstämmigen Migranten. Psychiat Prax 41: 200-207.
  • Morawa E, Erim Y (2014). Acculturation and depressive symptoms among Turkish immigrants in Germany. Int J Environ Res Public Health 11: 9503-9521.

 

2. Essener Trauma-Inventar (ETI)

Allgemeine Informationen über den Test
Das Essener Trauma-Inventar (ETI; Tagay et al., 2007) ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung traumatischer Lebensereignisse und posttraumatischer Störungen (Posttraumatischer Belastungsstörung, PTSD und Akuter Belastungsstörung, ABS) gemäß den Diagnosekriterien des DSM-IV. Auch der Schweregrad der Traumasymptomatik wird gemessen. Das ETI erfasst als Screeninginstrument drei zentrale Charakteristika der PTSD (Intrusion, Vermeidung und Übererregung) sowie die Dissoziation in entsprechenden Subskalen. Der Fragebogen ist in allen Bevölkerungsgruppen anwendbar und eignet sich vor allem für Menschen, die belastenden Lebensereignissen ausgesetzt waren. Die Validierung umfasste neben gesunden Kontrollpersonen (Blutspender) psychisch und körperlich Erkrankte. Das Instrument wurde in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Duisburg-Essen entwickelt und basiert auf den Diagnosekriterien der Posttraumatischen Belastungsstörung des DSM-IV (Saß & Houben, 1996). Der Fragebogen ist angelehnt an die Posttraumatic Stress Diagnostic Scale (Foa, 1995) und die revidierte Version der Impact of Event Scale (Maerker & Schützwohl, 1998).

Einsatzbereich
Der Fragebogen ist bei Personen ab 18 Jahren bis ins höchste Lebensalter einsetzbar, sowohl individuell als auch in Gruppen. Es existiert ebenfalls eine Version für Kinder und Jugendliche zwischen 12 bis 17 Jahren (ETI-KJ).

Auswertung
Durch Bildung von Summenscores wird der Grad der Traumabelastung bzw. PTSD bestimmt, anhand von Schwellenwerten wird das Vorliegen einer posttraumatischen Störung verifiziert. Für den testpsychologischen Befund einer PTSD erfordert das ETI,

  • das A1-Kriterium (objektive Lebensbedrohung → mindestens 1 Item: A1, A2, A3 oder A4 muss mit ja beantwortet werden) und
  • das A2-Kriterium (subjektive Einschätzung der Situation → mindestens 1 Item: A5, A6, A7 oder A8 muss mit ja beantwortet werden) des DSM-IV erfüllt sein müssen sowie
  • ein Cut-off-Wert von mindestens 27 Punkten durch Aufsummierung der Items (Werte zwischen 0 und 3 Punkten) der Subskalen „Intrusion“ (Item 1, 5, 9, 13 und 17), „Vermeidungsverhalten“ (Item 2, 6, 10, 14, 18, 21 und 22) und „Hyperarousal“ (Item 3, 7, 11, 15 und 19) erreicht wird.

Zuverlässigkeit (Reliabilität)
Das Essener Trauma-Inventar weist gute bis sehr gute Reliabilitätswerte auf, die Gesamtskala (23 Items) besitzt ein Cronbachs Alpha von α = 0,95.

Gültigkeit (Validität)
Es wird eine sehr gute Konstruktvalidität belegt, auch die 4-Faktoren-Struktur (Intrusion, Vermeidung, Hyperarousal und Dissoziation) konnte gut bestätigt werden.

Normwerte
Es liegen keine Normwerte vor, jedoch existieren Referenzwerte für psychisch und körperlich kranke sowie gesunde Probanden, die der Validierungsarbeit (Tagay et al., 2007) zu entnehmen sind.

Bearbeitungsdauer
Zwischen 10 und 15 Minuten

Literatur
Tagay S, Erim Y, Stoelk B, Möllering A, Mewes R, Senf W (2007). Das Essener Trauma-Inventar (ETI) – Ein Screeninginstrument zur Identifikation traumatischer Ereignisse und posttraumatischer Störungen. Zeitschrift für Psychotraumatologie, Psychotherapiewissenschaft, Psychologische Medizin 1: 75-89.    

Hinweise zur TÜRKISCHEN VERSION des ETI

Die türkische Version wurde an einer Stichprobe von Patienten in Allgemeinarztpraxen (n = 195) getestet (Tagay et al., 2008). Die interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) der türkischen Version des ETI liegt bei α = 0,93.

Literatur
Tagay S, Zararsiz R, Erim Y, Düllmann S, Schlegl S, Brähler E, Senf W (2008). Traumatische Ereignisse und Posttraumatische Belastungsstörung bei türkischsprachigen Patienten in der Primärversorgung. Psychother Psych Med 58: 155-161.

Publikationen unserer Arbeitsgruppe unter Anwendung der türkischen Version des ETI

  • Erim Y, Morawa E, Atay H, Tagay S, Aygün S, Senf W (2009). Traumaerlebnisse, Posttraumatische Belastungsstörung und Kohärenzgefühl bei türkischsprachigen Patienten einer psychosomatischen Universitätsambulanz. Z Med Psychol 18: 108-116.
  • Erim Y, Morawa E, Özdemir DF, Senf W (2011). Prävalenz, Komorbidität und Ausprägungsgrad psychosomatischer Erkrankungen bei ambulanten Patienten mit türkischem Migrationshintergrund. Psychother Psychosom Med Psychol 61: 472-480.

 

3. Fragebogen zum Allgemeinen Gesundheitszustand (SF-36)

Allgemeine Informationen über den Test
Bei dem SF-36 (Short Form 36 Health Survey Questionnaire) (deutsche Version: Bullinger & Kirchberger, 1998) handelt es sich um die Kurzform des aus 149 Items bestehenden, in den USA entwickelten Health Survey Questionnaires. Der 36 Items umfassende SF-36 wird krankheitsübergreifend und international zur Selbsteinschätzung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität häufig eingesetzt und ist bereits in über 50 Sprachen übersetzt worden. Er besteht aus acht Subskalen, welche acht gesundheitsbezogene Konzepte abbilden: „körperliche Funktionsfähigkeit“, „körperliche Rollenfunktion“, „körperliche Schmerzen“, „allgemeine Gesundheitswahrnehmung“, „Vitalität“, „soziale Funktionsfähigkeit“, „emotionale Rollenfunktion“ und „psychisches Wohlbefinden“. Aus den ersten vier Subskalen kann die „körperliche Summenskala“ und aus den letzen vier die „psychische Summenskala“ gebildet werden. Zusätzlich beinhaltet der Fragebogen ebenfalls ein einzelnes Item zur Beurteilung des aktuellen allgemeinen Gesundheitszustands gegenüber dem letzten Jahr. Es existieren ebenfalls Kurzformen des Messinstruments, nämlich der SF-8 und der SF-12.

Einsatzbereich
Der Fragebogen ist bei Personen ab 14 Jahren einsetzbar, sowohl individuell als auch in Gruppen.

Auswertung
Für die Auswertung wird die Verwendung eines Computerprogramms empfohlen, da die Auswertung nicht einfach ist. Sie erfolgt in mehreren Zwischenschritten: Umkodierung einzelner Items, Rekalibrierung einzelner Items, ggf. Ersetzung fehlender Werte – max. 50 % der Items pro Subskala, Berechnung der Skalenrohwerte durch Addition der jeweiligen Items der einzelnen Subskalen, Transformation jedes Skalenrohwertes in eine Skala zwischen 0 und 100, wobei höhere Werte eine bessere subjektive Lebensqualität anzeigen.

Zuverlässigkeit (Reliabilität)
Die interne Konsistenz der Subskalen (Cronbachs Alpha) liegt in verschiedenen Stichproben mehrheitlich deutlich über 0,70.

Gültigkeit (Validität)
Konvergente und diskriminante Validität ist belegt.

Normwerte
Es liegen bevölkerungsrepräsentative geschlechtsspezifische Normwerte für Deutschland sowie Vergleichswerte für verschiedene Patientengruppen vor.

Bearbeitungsdauer
Etwa 10 Minuten

Literatur
Bullinger M, Kirchberger I (1998). Fragebogen zum Gesundheitszustand (SF-36). Göttingen: Hogrefe Verlag.

Hinweise zur TÜRKISCHEN VERSION des SF-36

Sechs der acht Subskalen der validierten türkischen Version weisen eine hohe interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) über 0,80 auf.  

Literatur
Demiral Y, Ergor G, Unal B, Semin S, Akvardar Y, Kivircik B, Alptekin K (2006). Normative data and discriminative properties of short form 36 (SF-36) in Turkish urban population. BMC Public Health 6: 247.

Eine kulturell adaptierte und validierte türkischsprachige Version des SF-36 ist zu beziehen unter: http://www.sf-36.org/tools/sf36.shtml

Publikationen unserer Arbeitsgruppe unter Anwendung der türkischen Version
des SF-36

  • Morawa E, Erim Y (2014): Zusammenhang von wahrgenommener Diskriminierung mit Depressivität und gesundheitsbezogener Lebensqualität bei türkisch- und polnischstämmigen Migranten. Psychiatrische Praxis 41: 200-207.

 

4. Screening für Somatoforme Störungen (SOMS-2)

Allgemeine Informationen über den Test
Das Screening für Somatoforme Störungen (SOMS-2; deutsche Version: Rief, Hiller & Heuser, 1997) erfasst körperliche Beschwerden bezogen auf die letzten 2 Jahre, die nicht auf eine organische Erkrankung zurückzuführen sind. Dabei werden sowohl die Kriterien nach ICD-10 als auch die Kriterien nach DSM-IV berücksichtigt. Der Fragebogen besteht aus einer Symptomliste, die 53 Items umfasst, sowie aus 15 weiteren Fragen zu Ausschlusskriterien einer somatoformen Störung und zum Inanspruchnahmeverhalten. Anhand der Ergebnisse können drei Somatisierungsindizes gebildet werden: a) Somatisierungsindex nach DSM-IV, b) Somatisierungsindex nach ICD-10 und c) SAD-Index zur Abklärung einer somatoformen autonomen Funktionsstörung. Darüber hinaus lässt sich für SOMS-2 auch ein klassifikationsübergreifender Somatisierungsindex bestimmen, der die Summe der vorliegenden körperlichen Symptome mit unklarer Genese und somit die allgemeine Somatisierungstendenz anzeigt.

Einsatzbereich
Der Fragebogen ist bei Personen ab 15 Jahren einsetzbar, sowohl individuell als auch in Gruppen.

Auswertung
Es können vier Indices gebildet werden:

  • Beschwerdenindex Somatisierung = Summe der angekreuzten Symptome der Items 1 bis 53; Berechnung:
    Addition der mit „ja“ beantworteten Symptome der Items 1 – 53.
  • Somatisierungsindex nach DSM-IV = Summe der positiv beantworteten, diagnoserelevanten körperlichen Symptome:                                                                                                    Berechnung:
    a) Zusammenzählen der folgenden Items, die mit „ja“ beantwortet wurden: 1-11, 13, 16, 20, 32, 34-40, 42-51, 53 (Maximalwert 33)                                                                                               
    b) Kontrolle möglicher Ausschlusskriterien und komorbider Störungen (Items 54-68): Folgende Punkte sind notwendig: Item 55 = nein; Item 54: mindestens 1x oder Item 58 = ja; Item 62 = ja; Item 63 = über 2 Jahre.
  • Somatisierungsindex nach ICD-10 = Summe der positiv beantworteten, diagnoserelevanten körperlichen Symptome:
    Berechnung:
    a) Zusammenzählen der folgenden Items, die mit „ja“ beantwortet wurden: 2, 4 oder 5, 6, 10, 11, 13 oder 14, 18, 20 oder 21, 9 oder 22 oder 38, 28, 31, 33, 40 oder 41, 52 (Maximalwert 14)
    b) Kontrolle möglicher Ausschlusskriterien und komorbider Störungen (Items 54-68): Folgende Punkte sind notwendig: Item 54: mind. 3x; Item 55 = nein; Item 56 = nein; Item 57 = ja; Item 61 = nein; Item 63 = über 2 Jahre. 
  • SAD-Index zur Abklärung einer somatoformen autonomen Funktionsstörung
    Berechnung:
    a) Zusammenzählen der folgenden Items, die mit „ja“ beantwortet wurden: 6 oder 25, 11, 12, 15, 19, 9 oder 22 oder 38, 23, 24, 26, 27, 28 oder 29, 30 (Maximalwert 12)
    b) Kontrolle möglicher Ausschlusskriterien und komorbider Störungen (Items 54-68): Folgende Punkte sind notwendig: Item 55 = nein; Item 61 = ja.

Zuverlässigkeit (Reliabilität)
Die innere Konsistenz (Cronbachs Alpha) des SOMS-2 liegt bei α = 0,88 für den Beschwerdenindex und zwischen α = 0,73 und α = 0,79 für die drei anderen Indices. Die Retest-Reliabilität liegt zwischen r = 0,85 und r = 0,87.

Gültigkeit (Validität)
Es ist eine hohe konkurrente und diskriminante Validität gegeben.

Normwerte
Es liegen Prozentrangwerte sowie Normwerte (Mittelwerte und Standardabweichungen) für die vier Indices für Gesunde und für psychosomatische Patienten vor.

Bearbeitungsdauer
Etwa 5 Minuten

Literatur
Rief W, Hiller W, Heuser J (1997). SOMS – das Screening für Somatoforme Störungen: Manual zum Fragebogen. Bern: Huber.

Hinweise zur TÜRKISCHEN VERSION des SOMS-2

Die validierte türkische Version (Erim et al., 2012) weist eine sehr hohe interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) von α = 0,90 bis α = 0,93 für den Beschwerdenindex auf. Bei den drei anderen Indices liegt Cronbachs Alpha zwischen α = 0,78 bis α = 0,89.

Literatur
Erim Y, Beckmann M, Tagay S, Aygün S, Gencoglu PG, Senf W (2012). Validierung der türkischen Version des Screenings für Somatoforme Störungen (SOMS). Diagnostica 58: 194-210.

Publikationen unserer Arbeitsgruppe unter Anwendung der türkischen Version des SOMS-2

  • Erim Y, Morawa E, Özdemir DF, Senf W (2011). Prävalenz, Komorbidität und Ausprägungsgrad psychosomatischer Erkrankungen bei ambulanten Patienten mit türkischem Migrationshintergrund. Psychother Psychosom Med Psychol 61: 472-480.
  • Erim Y, Beckmann M, Tagay S, Aygün S, Gencoglu PG, Senf W (2012). Validierung der türkischen Version des Screenings für Somatoforme Störungen (SOMS). Diagnostica 58: 194-210.
  • Sariaslan S, Morawa E, Erim Y (2014): Psychische Symptombelastung bei Patienten einer Allgemeinarztpraxis: deutsche und türkischstämmige Patienten im Vergleich. Nervenarzt 85: 589-595.

 

5. Sense of Coherence Scale (SOC-29)

Allgemeine Informationen über den Test 
Bei der SOC-29 handelt es sich um einen aus 29 Items bestehenden Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung der Ausprägung des Kohärenzgefühls, das auf dem Konzept der Salutogenese nach Aaron Antonovsky basiert. Das Kohärenzgefühl stellt nach Antonovsky (1987) eine Grundorientierung des Menschen dar, welche aus drei Komponenten besteht: erstens aus der Verstehbarkeit, die das Ausmaß bezeichnet, in dem Reize oder Ereignisse als strukturiert, geordnet oder vorhersehbar wahrgenommen werden. Zweitens aus der Handhabbarkeit, die sich auf das Ausmaß bezieht, in dem eine Person geeignete personale und soziale Ressourcen wahrnimmt, um interne und externe Anforderungen bewältigen zu können. Drittens aus der Sinnhaftigkeit, die schließlich das Ausmaß meint, in dem eine Person ihr Leben als sinnvoll empfindet.

Einsatzbereich
Der Fragebogen ist bei Personen zwischen 18 und 92 Jahren einsetzbar, sowohl individuell als auch in Gruppen.

Auswertung
Die 29 Items sind auf einer 7-stufigen Likert-Skala (1-7) zu beurteilen. Bei der Auswertung müssen folgende Items zuerst umgepolt werden: Item 1, 4-7, 11, 13, 14, 16, 20, 23 und 27, das bedeutet: (7=1)  (6=2)  (5=3)  (4=4)  (3=5)  (2=6)  (1=7). Durch Addition der angekreuzten (bzw. umgepolten) Aussagen wird ein Summenwert gebildet, so dass Werte zwischen 29-203 Punkten erreicht werden können, wobei höhere Werte eine höhere Ausprägung des Kohärenzgefühls anzeigen.

Zuverlässigkeit (Reliabilität)
Die innere Konsistenz (Cronbachs Alpha) der SOC-29 ist in verschiedenen Übersetzungen überwiegend gut bis sehr gut (α = 0,82 bis α = 0,95). Die Retest-Reliabilität ist hoch (nach 1 bis 2 Wochen α = 0,91 bis α = 0,92).

Gültigkeit (Validität)
Mangelnde faktorielle Validität der dreidimensionalen SOC-Skala → ausschließliche Verwendung des Gesamtskalenwertes empfohlen!

Normwerte
Es liegen repräsentative Normwerte für die deutsche Bevölkerung vor. Es werden Prozentränge, Mittelwerte und Streuungen der SOC-29 (sowie der Kurzversionen SOC-13 und SOC-9L) für Alters- und Geschlechtsgruppen angegeben. Ergänzend zur alters- und geschlechtsspezifischen Normierung wurde die Zugehörigkeit zu einer diagnostischen Kategorie berücksichtigt.

Bearbeitungsdauer
Zwischen 15 und 20 Minuten

Literatur
Hannöver W, Michael A, Meyer C, Rumpf HJ, Hapke U, John U (2004). Die Sense of Coherence Scale von Antonovsky und das Vorliegen einer psychiatrischen Diagnose. Ergänzungen zu den deutschen Normwerten aus einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe. Psychother Psych Med, 54: 179-186.

Schumacher J, Wilz G, Gunzelmann T, Brähler E (2000). Die Sense of Coherence Scale von Antonovsky. Teststatistische Überprüfung in einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe und Konstruktion einer Kurzskala. Psychother Psychosom Med Psychol. 50: 472-82.

Singer S, Brähler E (2007). Die »Sense of Coherence Scale«. Testhandbuch zur deutschen Version. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Hinweise zur TÜRKISCHEN VERSION der SOC-29

Die validierte türkische Übersetzung (Uslucan, 2011) besitzt ein Cronbachs Alpha von α = 0,89.

Literatur
Uslucan H-H (2011). Salutogenese im kulturellen und interkulturellen Kontext. Zeitschrift für Politische Psychologie, Heft 3/4: 309-334.

Publikationen unserer Arbeitsgruppe unter Anwendung der türkischen Version der SOC-29 

  • Erim Y, Morawa E, Atay H, Tagay S, Aygün S, Senf W (2009). Traumaerlebnisse, Posttraumatische Belastungsstörung und Kohärenzgefühl bei türkischsprachigen Patienten einer psychosomatischen Universitätsambulanz. Z Med Psychol 18: 108-116.
  • Erim Y, Morawa E, Atay H, Aygün S, Gökalp P, Senf W (2011). Sense of coherence and depression in the framework of immigration: Turkish patients in Germany and in Turkey. Int Rev Psychiatry 23: 542-549.

 

6. Symptomcheckliste SCL-90-R

Allgemeine Informationen über den Test
Die Symptomcheckliste SCL-90-R von Derogatis (1977) (deutsche Version: Franke, 1995) ist ein Instrument zur Erfassung der subjektiven Beeinträchtigung durch körperliche und psychische Symptome in den letzten sieben Tagen. Es besteht aus 90 Items zur Symptombelastung, die zu neun Skalen (Somatisierung, Zwanghaftigkeit, Unsicherheit im Sozialkontakt, Depressivität, Ängstlichkeit, Aggressivität / Feindseligkeit, Phobische Angst, Paranoides Denken und Psychotizismus) und drei globalen Kennwerten (GSI = grundsätzliche psychische Belastung; PST = Anzahl der Symptome, bei denen eine Belastung vorliegt; PSDI = Intensität der Antworten) zusammengefasst werden.

Einsatzbereich
Der Fragebogen ist bei Personen ab 18 Jahren einsetzbar, sowohl individuell als auch in Gruppen. Es existiert ebenfalls eine Version für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren.

Auswertung
Die 90 Items werden auf einer fünfstufigen Likert-Skala (0 = „überhaupt nicht“ bis 4 = „sehr stark“) beurteilt. Für jede der neun Subskalen werden drei Werte bestimmt:

  • Summenwert je Skala S (= Summe der Itemwerte von Skala n),
  • Skalenwert G (= Summe der Itemwerte von Skala n ÷ Anzahl der Items von Skala n),
  • Belastungstendenz Pn (= Anzahl der Items von Skala n mit einem Itemwert größer Null).

Neben den neun Subskalen gibt es auch Zusatzitems, die jedoch nur summiert werden und für die kein Skalenwert gebildet wird, da sie keine eigenständige Skala darstellen und lediglich Zusatzinformationen liefern.

Zur Berechnung der drei globalen Kennwerte GSI, PST und PSDI bildet man zunächst die Summenwerte S1 bis S10 und summiert diese (= GS-Wert).

  • Den GS-Wert dividiert man durch 90 und erhält somit den Kennwert GSI für die grundsätzliche psychische Belastung (GSI = GS ÷ 90).
  • Um den PST (= Anzahl der Symptome, bei denen eine Belastung vorliegt) zu bestimmen, werden alle Items größer Null aufsummiert (auch bei den Zusatzitems).
  • Den PSDI (= Intensität der Antworten) errechnet man, indem man die zehn Summenwerte S1 bis S10 durch den PST dividiert (PSDI = GS ÷ PST).

Zuverlässigkeit (Reliabilität)
Für die Normstichprobe wird eine befriedigende Reliabilität, für klinische Gruppen eine gute bis sehr gute bestätigt. Die Retest-Reliabilität nach einer Woche liegt für Studierende zwischen r = 0,69 und r = 0,92.

Gültigkeit (Validität)
Gegeben, vor allem in klinischen Gruppen.

Normwerte
Es liegen bevölkerungsrepräsentative geschlechtsspezifische Normwerte vor.

Bearbeitungsdauer
Zwischen 10 und 15 Minuten

Literatur
Franke G (1995). Die Symptom-Checkliste von Derogatis - Deutsche Version - (SCL-90-R). Manual. Göttingen: Beltz Test GmbH.

Hinweise zur TÜRKISCHEN VERSION der SCL-90-R

Die Retest-Reliabilität nach drei Wochen der türkischen Version der SCL-90-R (Dağ, 1991) liegt zwischen r = 0,65 und r = 0,87.

Literatur
Dağ İ (1991). Belirti Tarama Listesi (SCL-90-R)´nin üniversite öğrencileri için güvenirliği ve geçerliği (Reliabilität und Validität der Symptomcheckliste SCL-90-R für Studenten). Türk Psikiyatri Dergisi 2: 5-12. 

 
 
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
 
 
 
Bitte tragen Sie Ihren Namen und gültige E-Mail-Adresse(n) ein!
X zum Schließen

Zusammenfassung