Psychische Probleme und Adipositaschirurgie

Psychosomatik

Leiterin:
Prof. Dr. (TR) Yesim Erim

Psychische Probleme und Adipositaschirurgie

Foto: Psychosomatik Uniklinik Erlangen

Fettleibigkeit, die sogenannte Adipositas ist nicht nur eine Erkrankung, die mit medizinischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder orthopädischen  Problemen einhergeht, sondern auch einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und psychische Befindlichkeit eines Menschen hat.
Die Adipositaschirurgie ist mittlerweile unter bestimmten Voraussetzungen Mittel der ersten Wahl, um eine extreme Adipositas oder Adipositas mit ausgeprägten somatischen Folgeerkrankungen effektiv behandeln zu können.
Aus zahlreichen Studien ist bekannt, dass Adipositas häufig mit psychischen Problemen wie Depressionen und Angstsymptomen einhergeht. Diese verbessern sich nach einer adipositaschirurgischen Operation in der Regel nur kurz- bis mittelfristig, können dann aber wieder zunehmen und sich sogar verstärken. Dies kann bis hin zu einem erhöhten Suizidrisiko reichen. Manche psychische Erkrankungen, die (noch) nicht behandelt worden sind, haben einen negativen Einfluss auf den postoperativen Abnehmerfolg.
Vor allem Menschen, die im Vorfeld schon psychische Beschwerden hatten, tragen ein erhöhtes Risiko. Bei bestimmten psychischen Störungen sollte der Eingriff deshalb erst nach erfolgreicher Behandlung durchgeführt werden, etwa bei einer akutemia nervosa (Essstörung), einer instabilen Posttraumatischen Belastungsstörung oder instabilen Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Unser Behandlungskonzept:

Psychische Erkrankungen können aber behandelt werden und in einen stabilen Zustand übergeführt werden. Dabei unterstützen wir Sie als Patient, aber auch die chirurgischen Kollegen vor einer adipositaschirurgischen Operation, indem wir eine ausführliche Diagnostik erstellen. Damit können wir psychische Belastungsfaktoren/Erkrankungen erkennen, die potentiell auf den Abnehmerfolg einen negativen Einfluss haben können bzw. bereits vor einer Operation behandelt werden müssen.
Liegt eine behandlungsbedürftige psychosomatische Erkrankung vor, dann kann entweder eine ambulante Behandlung empfohlen werden oder es ist ein tagesklinischer oder stationärer Aufenthalt in unserer Psychosomatik sinnvoll. 
Ebenso wichtig ist es, dass Sie auch postoperativ einen Ansprechpartner für ihre etwaigen psychischen Belastungsfaktoren/Erkrankungen haben. Im Rahmen der Nachsorge nach einer adipositaschirurgischen Operation können Sie sich bei Bedarf erneut in unserer psychosomatischen Ambulanz vorstellen. 

© Psychosomatik Uniklinikum Erlangen

 
Weitere Informationen

Sekretariat der Psychosomatischen Ambulanz
Montag bis Donnerstag
7.45-16.15 Uhr
Freitag 8.00-14.00 Uhr
Telefon: 09131 85-34899
E-Mail: psychosomatikatuk-erlangen.de