Traumafolgestörungen syrischer Geflüchteter

Psychosomatik

Leiterin:
Prof. Dr. (TR) Yesim Erim

Traumafolgestörungen und psychosoziale Ressoucen syrischer Geflüchteter mit Aufenthaltsgenehmigung

(gefördert durch das ELAN Programm der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen)

Projektleitung:
Prof. Dr. Yesim Erim, Dr. Dipl.-Psych. Ekaterini Georgiadou

Promotionsvorhaben von:
Herrn Ali Zbidat

Ziele:
Bei den sehr hohen Zugängen von geflüchteten Personen seit 2015 (über 1,1 Mio.), kann von einem erhöhten Risiko für eine mögliche posttraumatische Belastungsstörung ausgegangen werden. Um den Bedarf an notwendiger psychosozialer Versorgung von Geflüchteten, die einen Aufenthaltstitel und somit über die gesetzlichen Krankenversicherungen einen Anspruch auf Behandlung erhalten haben, richtig einzuschätzen, werden in diesem Sample die Prävalenzraten psychischer Erkrankungen sowie der Zusammenhang mit protektiven Faktoren, Adaptation an die Aufnahmekultur, wahrgenommene Diskriminierung und subjektive Krankheitskonzepten untersucht.

Methoden:
In der Teilstudie I sollen mittels Selbstbeurteilungsbögen das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung, Depressivität und generalisierter Angst erfasst werden. Zudem werden Fragebögen zum Kohärenzgefühl (Resilienz), zur sozialen Unterstützung, zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität sowie zu migrationsspezifischen Faktoren wie zum Akkulturationsgrad und zur wahrgenommenen Diskriminierung eingesetzt. Durch die Erstellung von Steroidhormonprofilen (mittels Entnahme von Speichelproben) wird zusätzlich die Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren(HHN)-Achse untersucht.

In der Teilstudie II sollen die Krankheitskonzepte von Flüchtlingen bezüglich ihrer Posttraumatischen Belastungsstörung mittels des Cultural Formulation Interview (CFI) vom DSM-5 exploriert werden.

Ergebnisse:
In Teilstudie I erfüllten 30,5% der Teilnehmer die Kriterien für mindestens eine psychische Störung. PTBS lag dabei bei 11,4% vor, Depressivität bei 14,5% und Angst bei 13,5%. Dabei hatten verschiedenste soziodemographische und migrationsbezogene Faktoren Einfluss auf diese Symptome.

In Teilstudie II wurden Kriegserlebnisse als häufigstes Trauma-Konzept benannt. Schlafstörungen, emotionale und kognitive Symptome waren dabei die häufigsten Beschwerden. Als Bewältigungsstrategien wurden genannt: Aktivität, kognitives, religiöses und emotionales Coping, soziale Kontakte und Vermeidung.

Forschungsförderung:
Teilstudie I und II werden im Rahmen der ELAN-Förderung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt.

Publikation:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30210373