Zum Hauptinhalt springenSkip to page footer

MIGRA-CARE

MIGRA-CARE

Das onkologische Versorgungssystem als Zugangsbarriere: Die Perspektiven der Migrantenpatient:innen und der Behandelnden

Hintergrund

Zugangsbarrieren zur (psycho-)onkologischen, palliativmedizinischen und pädiatrisch-onkologischen Versorgung sowie ungedeckte Bedarfe von Krebserkrankten mit Migrationshintergrund, einer kulturell sehr heterogenen Gruppe, sind bisher unzureichend erforscht. Die bisher überwiegend qualitativen Befunde identifizieren auf Seiten der Betroffenen insbesondere sprachliche Barrieren sowie divergierende Wertvorstellungen. Auf Seiten der Behandelnden werden hingegen ein Mangel an interkultureller Kompetenz sowie stereotype Wahrnehmungen onkologischer Patient:innen mit Migrationshintergrund beschrieben. Auf institutioneller Ebene zeigt sich zudem eine unzureichende interkulturelle Öffnung der Versorgungsstrukturen.

Projektziel

Das Ziel des Projekts besteht darin, im Rahmen eines multizentrischen Forschungsvorhabens (Universitätsklinikum Erlangen, LVR-Klinikum Essen) das onkologische Versorgungssystem als Zugangsbarriere zu untersuchen. Hierbei sollen sowohl die Erfahrungen onkologischer Patient:innen mit Migrationshintergrund und ihren Angehörigen als auch die Erfahrungen der im onkologischen Bereich tätigen Behandelnden (Psychoonkolog:innen, Ärzt:innen, Pflegekräfte, …) sowie der Vertreter:innen relevanter Institutionen berücksichtigt werden.

Vorgehen 

Zu diesem Zweck wird ein Mixed-Methods-Ansatz verfolgt, der die Kombination qualitativer und quantitativer Daten ermöglicht.

  1. Zu Beginn erfolgt eine umfangreiche Literaturrecherche zu Zugangsbarrieren sowie ungedeckten Bedarfen in der (psycho-)onkologischen oder palliativmedizinischen Versorgung von onkologischen Patient:innen mit Migrationshintergrund. Ergänzend werden Fokusgruppen mit onkologischen Patient:innen mit Migrationshintergrund, deren Angehörigen sowie im onkologischen Bereich tätigen Behandelnden  durchgeführt werden.

  2. Die Ergebnisse der Fokusgruppen fließen in die Entwicklung zielgruppenspezifischer Fragebögen für Patient:innen mit und ohne Migrationshintergrund, Angehörige von Patient:innen mit Migrationshintergrund sowie Behandelnde ein. Die Rekrutierung erfolgt über zwei deutsche Comprehensive Cancer Center (CCC Erlangen-EMN sowie Westdeutsches Tumorzentrum Essen, WTZ). Die Datenerhebung wird im Rahmen einer Online-Befragung auf drei Ebenen durchgeführt:

  • Ebene der Patient:innen: Insgesamt werden 450 onkologische Patient:innen mit sowie 450 ohne Migrationshintergrund und mindestens 100 Angehörige befragt. Erfasst werden u. a. Zugangsbarrieren, ungedeckte Bedarfe sowie weitere relevante Konstrukte. Die Fragebögen werden mehrsprachig angeboten.

  • Ebene der Behandelnden: Mindestens 300 im onkologischen Bereich tätige Behandelnde werden zu Stereotypisierungen gegenüber Patient:innen mit Migrationshintergrund sowie zu ihrer interkulturellen Kompetenz befragt.

  • Ebene der Institutionen: Der Grad der interkulturellen Öffnung der Tumorzentren beider CCC-Standorte wird erhoben.

Projektleitung (Universitätsklinikum Erlangen):

  • Gesamtleitung: Prof. Dr. (TR) Yesim Erim
  • Projektleitung Psychosomatik: PD Dr. Eva Morawa
  • Ausführende Mitarbeiterinnen: PD Dr. Cosima Rhein, Dr. Regina Herold

     

Kooperationspartner

 

Fördermittel

Dieses Projekt wird von der Deutschen Krebshilfe (DKH) gefördert. 

Aktuelles

Aktuell suchen wir volljährige Angehörige von onkologischen Patient:innen mit Migrationshintergrund ((Ehe-)Partner:in, Kind, Elternteil, Freund:in, …), ganz unabhängig von der Krebsentität und dem Krebsstadium, für die Teilnahme an einer Gruppendiskussion (Fokusgruppe). Ziel ist es, Erfahrungen im Zusammenhang mit der onkologischen Versorgung zu erfassen.

Die Fokusgruppe wird mit insgesamt 6 bis 8 Teilnehmenden durchgeführt, dauert etwa zwei Stunden und findet vor Ort voraussichtlich im Mai oder Juni 2026 statt.

Im Rahmen der Gruppendiskussion werden unter anderem Ihre Rolle im Behandlungsprozess, Ihre Erfahrungen beim Zugang zu medizinischen Leistungen sowie wahrgenommene Bedarfe während der Behandlung thematisiert. Darüber hinaus wird es um Ihren persönlichen Umgang mit der Erkrankung gehen.

Bei Interesse an einer Teilnahme kontaktieren Sie uns gerne unter: so-migracare(at)uk-erlangen.de.