Bulimia nervosa

Psychosomatik

Leiterin:
Prof. Dr. (TR) Yesim Erim

Bulimia nervosa

Eine Bulimia nervosa liegt vor, wenn die Betroffenen wiederholt Essanfälle haben, bei denen sie objektiv große Mengen zu sich nehmen und während dieser Phase das Essen nicht aus eigener Kraft stoppen können. Sie hören auf, wenn sie nicht mehr können oder wenn nichts mehr zu essen da ist. Da die Betroffenen aber meist Angst vor einer Gewichtszunahme haben, sich zu dick empfinden und eigentlich weniger wiegen möchten, folgen auf diese Essanfälle große Ängste, die zu Gegenmaßnahmen, wie zum Beispiel selbstinduziertem Erbrechen oder exzessivem Sport, führen. Auch Abführmittel, Einläufe, Trinken von Apfelessig, Einnahme von Appetitzüglern und ähnliches werden von manchen Betroffenen genutzt, um gegen die befürchtete Gewichtszunahme vorzugehen. Danach fühlen sich die Betroffenen meist erschöpft, haben Schmerzen und schämen sich für ihr Verhalten. Es folgt der gute Vorsatz, ab jetzt strikt Diät zu halten, was jedoch nach Kurzem erneut zu einem Essanfall führt und der Kreislauf von vorne beginnt.

Die Betroffenen sind meist normalgewichtig, sind aber mit ihrer Figur oder dem Gewicht unzufrieden. Ungezügeltes Essverhalten ist ein wesentlicher Auslöser für Kontrollverlust beim Essen und Essanfälle. Ein anderer Grund für Essanfälle sind intensive unangenehme Gefühlszustände. Dies  können Ärger oder Enttäuschung sein, aber auch Selbstzweifel, Angst, Unsicherheit oder Scham.  Stress, zum Beispiel durch hohe Anforderungen im beruflichen Bereich, Konflikte in der Familie oder in der Beziehung, Einsamkeitsgefühle, Sehnsucht nach Nähe bei gleichzeitiger Angst, damit überfordert zu sein und sich zu verlieren. Diese und ähnliche Situationen werden von den Betroffenen immer wieder als Auslöser für ihre Essanfälle angegeben.

Treten diese Anfälle ein bis zweimal pro Woche auf, dann kann dies noch mit einer ambulanten Psychotherapie behandelt werden. Sollte dies jedoch nicht innerhalb von höchstens drei Monaten zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik führen, ist eine stationäre Behandlung indiziert. Auch wenn die Essanfälle häufiger oder sogar täglich auftreten, reicht eine ambulante Psychotherapie nicht mehr aus. Die Essstörung hat dann schon zu viel Raum im Leben des Betroffenen eingenommen.

Behandlung:
Wie auch bei anderen Essstörungen, wie Anorexia nervosa und Binge-Eating-Störung, ist eine regelmäßige Mahlzeitstruktur und ausreichende Nahrungsaufnahme unabdingbar. Dies verhindert, dass der Körper in einen Zustand der Unterversorgung kommt und sich bei passender Gelegenheit holt, was er braucht (Essanfall). Genauso wichtig ist aber, Gefühle und Emotionen genau wahrzunehmen, einordnen und bewältigen zu lernen. Hierzu werden typische Situationen, in denen die Essanfälle auftreten genauestens unter die Lupe genommen und schrittweise alternative Bewältigungsmöglichkeiten erarbeitet. Durch eine Kombination von verschiedenen Gruppentherapieangeboten bauen die Betroffenen Schritt für Schritt neue Fertigkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen Menschen auf, was das Selbstbewusstsein stärkt und die Wichtigkeit von Figur und Aussehen für das Selbstwertgefühl weniger wichtig werden lässt. Wir bieten verschiedene bewährte Verfahren, wie zum Beispiel Expositionsbehandlungen zum Aufbau von Kontrollmöglichkeiten im Umgang mit Essanfällen oder zur Veränderung des negativen Körperbildes an.

 
Weitere Informationen

Sekretariat der Psychosomatischen Ambulanz
Montag bis Donnerstag
7.45-16.15 Uhr
Freitag 8.00-14.00 Uhr
Telefon: 09131 85-34899
E-Mail: psychosomatikatuk-erlangen.de

Sprechstunde für Essstörungen

 

 

 
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Zusammenfassung